LEI und GODIN: Ihr LEI-Code öffnet immer mehr Türen

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LEI und GODIN: Das Global Open Data Integration Network verbindet offene Datenquellen über den LEI-CodeWas ist GODIN?

GODIN (Global Open Data Integration Network, ein globales Kollaborationsnetzwerk zur Verknüpfung offener Daten) ist eine von GLEIF (Global Legal Entity Identifier Foundation, die Stiftung, die das globale LEI-System verwaltet) geleitete Initiative. GLEIF und Open Ownership, eine gemeinnützige Organisation mit Fokus auf Transparenz der wirtschaftlich Berechtigten, haben GODIN im März 2025 ins Leben gerufen.

Das Ziel des Netzwerks ist einfach. Die Welt verfügt über viele wertvolle offene Datensätze. Allerdings bleiben sie über Plattformen, Länder und Standards hinweg fragmentiert. GODIN verbindet diese Datensätze über einen gemeinsamen Schlüssel. Dieser Schlüssel ist der LEI-Code (Legal Entity Identifier, der globale Identifikationscode für juristische Personen).

Jedes Unternehmen hat nur einen eindeutigen LEI-Code. Wenn dieser Code folglich in jedem Datensatz erscheint, lassen sich Informationen zuverlässig verknüpfen. Unternehmensregister, Lieferkettenkarten, Nachhaltigkeitsdaten, Register wirtschaftlich Berechtigter und andere Quellen beginnen, miteinander zu kommunizieren. Kurz gesagt: Genau das macht GODIN.

Was hat sich im Juli 2026 geändert?

Am 16. Juli 2026 gab GLEIF bekannt, dass drei neue Mitglieder dem Netzwerk beigetreten sind: Open Supply Hub, Wikimedia Deutschland und Wikirate International. Dadurch wuchs die Mitgliedschaft von GODIN auf elf Organisationen.

Vor allem erweitern die neuen Mitglieder die Reichweite des Netzwerks weit über Finanzdienstleistungen hinaus:

  • Open Supply Hub betreibt die weltweit größte offene Lieferkettenkarte und deckt mehr als 2,5 Millionen Produktionsstandorte weltweit ab.
  • Wikimedia Deutschland entwickelt Wikidata, die zentrale Quelle strukturierter Daten hinter Wikipedia und Tausenden weiteren Anwendungen.
  • Wikirate International sammelt offene Daten zur Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen.

Neben den Neuzugängen umfasst das Netzwerk diese früheren Mitglieder neben GLEIF, das es leitet:

  • Open Ownership fördert Transparenz über wirtschaftlich Berechtigte und entwickelt BODS (Beneficial Ownership Data Standard, ein offener Standard für Daten zu wirtschaftlich Berechtigten).
  • OpenSanctions konsolidiert internationale Sanktionslisten in einer offenen Datenbank.
  • Global Energy Monitor kartiert die weltweite Energieinfrastruktur und die Eigentümerschaft an Energieanlagen.
  • Anti-Corruption Data Collective bringt Journalistinnen und Journalisten, Forschende und Datenanalystinnen und -analysten zusammen, um grenzüberschreitende Korruption aufzudecken.
  • Global Media Registry kartiert die Eigentümerstrukturen von Medienunternehmen weltweit.
  • Open Data Services entwickelt Open-Data-Standards und -Tools.
  • Data and Research Center (DARC) entwickelt OpenAleph, eine Open-Data-Plattform für investigativen Journalismus.

Vor allem verdient die Wikidata-Anbindung besondere Aufmerksamkeit. Tatsächlich stützen sich Suchmaschinen und Systeme künstlicher Intelligenz auf Wikidata. Je stärker der LEI-Code in Wikidata-Einträgen verankert wird, desto sichtbarer wird die offizielle Identität eines Unternehmens genau dort, wo KI-Systeme ihre Antworten formulieren. Wie der LEI Vertrauen im Zeitalter künstlicher Intelligenz unterstützt, haben wir in unserem Artikel über den LEI-Code und KI erläutert.

Wie funktioniert GODIN in der Praxis?

GODIN ist nicht nur eine Absichtserklärung. Im Gegenteil: Das Netzwerk hat bereits konkrete Ergebnisse und Showcase-Projekte veröffentlicht.

Das erste abgeschlossene Ergebnis ist das Mapping zwischen dem LEI und der GEM Entity ID. Im Juni 2026 haben GLEIF und Global Energy Monitor das erste zertifizierte Mapping abgeschlossen, das Eigentümer von Energieanlagen mit ihren LEI-Codes verknüpft. Außerdem kann jeder die Datei kostenlos bei GLEIF herunterladen und die Eigentümerstrukturen von Energieanlagen weltweit nachverfolgen.

Darüber hinaus präsentiert das Netzwerk Showcase-Projekte, die zeigen, was LEI-basiertes Data Linking möglich macht:

  • OpenCheck ist ein Demonstrationstool für Due-Diligence-Prüfungen. Sie geben zum Beispiel den LEI-Code eines Unternehmens ein, und das Tool erstellt einen Bericht, indem es Daten aus Quellen wie Companies House, GLEIF, OpenSanctions, OpenCorporates und Wikidata kombiniert.
  • Transparency Fabric 2.0 ist ein Showcase-Projekt, das große Sprachmodelle nutzt, um Beziehungen zwischen Unternehmen aus Jahresberichten zu identifizieren. Der LEI-Code steht im Zentrum dieses Netzwerks.
  • Open-Source-Jupyter-Notebooks zeigen Datennutzern, wie sich LEI-Daten in der Praxis anwenden lassen.

Hier ist jedoch Präzision wichtig: OpenCheck und Transparency Fabric 2.0 sind Showcase-Projekte, keine fertigen kommerziellen Services. Stattdessen zeigen sie, in welche Richtung sich das Open-Data-Ökosystem entwickelt.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

GODIN schafft keine neuen Verpflichtungen für Unternehmen. Es macht einen gültigen LEI-Code jedoch stetig wertvoller.

Stellen Sie sich den LEI-Code als Schlüssel vor. Bislang hat dieser Schlüssel vor allem Türen in der Finanzwelt geöffnet: Wertpapiertransaktionen, Meldungen, bankseitige Due Diligence und mehr. GODIN fügt demselben Schlüssel neue Türen hinzu. Dadurch verknüpft derselbe Code Ihr Unternehmen nun mit Lieferkettenkarten, Nachhaltigkeitsdaten, offenen Wissensdatenbanken und Quellen für Sanktionsprüfungen.

In der Praxis bedeutet das drei Dinge:

  1. Ihr Unternehmen wird leichter vertrauenswürdig. Wenn ein Partner, eine Bank oder ein Softwaresystem Ihren Hintergrund prüft, führt der LEI-Code sie direkt zu den richtigen Daten. Verwechslungen zwischen ähnlichen Firmennamen verschwinden.
  2. Ihre Daten bleiben konsistent. Ebenso können keine widersprüchlichen Versionen der Identität Ihres Unternehmens entstehen, wenn der Registereintrag, die Sanktionsprüfung und die Lieferkettenkarte alle denselben Identifikator verwenden.
  3. Ihre Sichtbarkeit wächst auch in KI-Systemen. Außerdem gilt: Je mehr offene Datenquellen den LEI-Code verwenden, desto zuverlässiger identifizieren Tools künstlicher Intelligenz Ihr Unternehmen korrekt.

GLEIF beschreibt das LEI-System zunehmend als digitale öffentliche Infrastruktur. Damit ist der LEI nicht mehr nur eine Anforderung für Finanzmeldungen. Er ist eine globale Grundlage, auf der neue Services aufgebaut werden. Über die breitere Rolle der Unternehmensverifizierung haben wir in unserem Artikel über den LEI-Code und KYB geschrieben.

Ein gültiger LEI ist der Ausgangspunkt

All dieser Mehrwert funktioniert nur, wenn Ihr LEI-Code gültig ist. Ein abgelaufener Code ist wie ein defekter Link. Folglich können Datensätze nicht mehr zuverlässig auf die aktuellen Informationen Ihres Unternehmens verweisen. Die Konsequenzen haben wir in unserem Artikel über die Risiken eines abgelaufenen LEI-Codes behandelt.

Glücklicherweise ist es einfach, Ihren LEI-Code in Ordnung zu halten:

  • Erstens: Wenn Ihr Unternehmen noch keinen LEI-Code hat, können Sie in wenigen Minuten einen registrieren.
  • Wenn Sie bereits einen haben, halten Sie ihn gültig und verlängern Sie ihn rechtzeitig.
  • Und schließlich können Sie den Status Ihres Codes jederzeit mit unserer LEI-Suche prüfen.

Die Welt der offenen Daten bewegt sich in Richtung LEI-Code. Je früher Ihr Unternehmen diesen Schlüssel in Ordnung bringt, desto mehr Türen wird er in Zukunft öffnen.